Dienstag, 3. November 2009

Stimme aus dem Off ;-)

Nachdem ich auf einem Handarbeitsmarkt wunderschöne pflanzengefärbte Sockenwolle von Frau Zern gekauft habe:

Schilfgrasblüten

Walnussblätter

Zwiebelschalen

(v.o. n.u. Schilfgrasblüten, Walnussblätter, Zwiebelschalen, alle mit Alaun gebeizt und in Olivenöl gewellnesst) und ich heute abend mit der Jägermeisterin telefonisch über unsere üblichen 3-F-Themen: "Fasern, Farben, Ferarbeitung" gesprochen habe, fiel mir ein, ich habe da ja noch so ein tolles Buch von einem Herrn Schweppe, das "Handbuch der Naturfarbstoffe" (wer den amazon-Preis gesehen hat, ich werde das im Tresor lagern !!!) in meinem Wollbuch-SUB.
Es ist kein Coffee- oder Tea-Table-Book, es sind nur sehr wenige Bilder drin, aber:
Wer sich für Textilfarbstoffe aus verschiedenen Jahrhunderten und Ländern interessiert, wissen will, mit welchen Beizen ein bestimmter Farbton erzielt wird, wird hier sicher fündig.
Wenn ich mir vorstelle, dass 1548 in Venedig aus Granatapfelschalen und Eisensulfat eine violette Stofffarbe entstand oder ab 1700 in Lappland aus dem Kleinen Ampfer mit Alaun ein graues Rosa, dann überkommt mich doch so eine Art von Färbelust.
Aus Platzmangel, für Naturfarben braucht es riesige Bottiche, habe ich immer gezögert, solche Experimente zu wagen.
Nun habe ich mir überlegt, Pflanzenfarbstudien an Sockenwollmengen zu betreiben, da reicht ein 5-Liter-Topf, der noch auf die Herdplatte passt.
Ich bin gespannt, wo meine Färbereise mich so hinführt :-)

Während die Wolle so im Sud vor sich hinköchelt lese ich nach 30 Jahren wieder Jane Austen, Virginia Woolf, die Geschichten der Brontë-Sisters und George Eliot. Dieses Mal nicht unter emanzipatorisch-frauenbewegten 70er-80er-Jahre-Aspekten sondern als wissenschaftliche feministische Sprach- und Literaturkritik im 20. Jahrhundert. Ich wusste allerdings nicht mehr, dass in V. Woolfs "Zum Leuchtturm" das Stricken einer Socke aus gesprenkeltem Garn ("the heather mixture stocking" in Kapitel 5, Teil 1) so viel Raum eingenommen hat.

Apropos Socken: Gestrickt wird hier auch noch, Gabrielle ist bald fertig, ein Kiri-Tuch ist in Arbeit und finnische Männersocken aus der obigen Walnussblattwolle und einer Anleitung aus dem Verena-Socken-Sonderheft sind auch schon zur Hälfte fertig.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Vorläufig Null-Blog

D.h. neben meiner Verlagstätigkeit (die Übernahme eines Kleinverlages im Sommer 2009 hat eine Wende in meinem Leben eingeläutet), meinem politischen Ehrenamt und ab jetzt auch noch dem Studium der Philologie bleibt etwas weniger Zeit für's Hobby.

Ich mutiere dann wohl zu einer U- und S-Bahn-Strickerin, bleibe euch aber auf jeden Fall via ravelry erhalten.

Montag, 28. September 2009

Gestricktes

Ich war nicht nur viel unterwegs in der letzten Zeit, ich habe auch ein paar Sachen gestrickt.
Eine Stola aus 300 g Kauni Regenbogen in einem Feather-and-Fan-Muster, Nadelstärke 3,5, Größe 180 x 60 cm. Dieses Teil heißt Firefox-Stole, weil das Knäuel aussah wie das Logo eines Browsers und dessen Name mich an meine Großtante erinnert, die immer so gruselige Fuchspelze mit Klauen und Zähnchen und Mottenkugelgeruch um den Hals hängen hatte.

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Eine lange Jacke aus 800 g Drops Bomull-Lin, 5er Nadeln in Größe XL. Ich muss allerdings noch die Ärmel ein- und die Knöpfe annähen.

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Ein paar Socken aus Schachenmayr nomotta Regia Hand-dye Effect, 2,5er Nadeln, Größe 39.

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Ein paar Socken aus Lornas Laces Farbe Watercolor, 2,5er Nadeln, Größe 39.

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Und hier noch ein angefangenes Werk, Gabrielle aus dem Rowan-Magazin 43.
Ich verstricke ein Baumwoll-Viskose-Gemisch in einem schönen Grün, das auf dem Foto leider nicht so gut zur Geltung kommt.

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Wer mag, kann noch einen winzigen virtuellen Rundgang durch Wien machen, beginnend am Augarten über den Stephansdom bis zum Naschmarkt und in die U-Bahn-Station Karlsplatz. Natürlich mit einem Kaffee-Päuschen beim K. u. K. Hofbäcker Demel :-)

Donnerstag, 3. September 2009

Bin dann mal...

....für zwei Wochen in Wien.
Die Adressen von sechs Wolleläden habe ich notiert, Buch- und CD-Händler sind auf den litererischen Gängen durch die Stadt schon eingeplant. Die Heurigen sind ausgeguckt und ob Drahdiwaberl spielt oder der neue Kottan-Film läuft, das werden wir vor Ort feststellen.
Bis bald
Heidi

Dienstag, 1. September 2009

Dienstagsfrage

Was machen eigentlich all die StrickerInnen mit gestrickten Oberteilen, die ihnen direkt nach ihrer Vollendung doch nicht (mehr) gefallen - aufribbeln, verschenken, in die hinterste Schrankecke verbannen?
Vielen Dank an Sonja für die heutige Frage!


Meine selbstgestrickten Sachen verkaufe ich nicht, die sind viel zu wertvoll. Ribbeln mag ich nicht, zweimal die selbe Wolle verstricken ist öde. Außerdem verstrickt sich Ribbelwolle (auch gewaschen und geglättet) nicht sonderlich gut.

Also, was bleibt? Ich verschenke die Teile an liebe Menschen.

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Heidi K. - 3. Nov, 22:32
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Hallo Heidi dann wünsche ich dir auf jeden Fall...
iris-julimond (Gast) - 7. Okt, 18:15
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Heidi K. - 7. Okt, 10:47
Auf jeden Fall warst...
Auf jeden Fall warst Du im Strick- und Farbenrausch....
Susi (Gast) - 3. Okt, 11:49
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Wow, die Stola schaut absolut toll aus! Geniale Farben!...
Mary (Gast) - 30. Sep, 11:29

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